StartseiteHersteller FFN Herstal

Kaliber 9x19 mm
Kapazität 13 Schuss
Länge 197 mm
Lauf 118 mm
Gewicht 900 g
Synonyme Hi-Power, HP, Pistolet a Grande Puissance, GP Captain, Grand Rendement, P-35, King of Nines, Browning Automatic Pistol, L9A1, L11A1, Hochleistungspistole, 9.00 Pistooli 80
Kennblatt P 640 (b)
FOM 1005-021-1-9-1
NSN1005-01-426-0625;
1005-13-010-0313;
1005-13-010-0325;
1005-13-010-0478;
1005-13-010-0795,
1005-13-100-3445;
1005-25-123-1584,
1005-99-961-6088 (mit Zubehör)


Eingeführt u.a. in USA, Belgien, Litauen, Rumänien, Finnland, Portugal, Niederlande, Deutschland, Estland, Mexiko.

Die Browning High Power Selbstladepistole wurde 1925 von John Browning konstruiert und wurde ab Februar 1927 durch ein US-Patent rechtlich geschützt – drei Monate nach dem Tod des Konstrukteurs.

Erstmals produziert wurde die Waffe 1935, weshalb sie in den USA auch als „Modell 1935“ bezeichnet wird. Bei Markteinführung im selben Jahr gab es die Pistole in zwei Varianten. Ein sogenanntes „einfaches“ Modell, mit festem Visier und eine zweite Version mit verstellbarer Visierung. Letzteres hatte ein Tangentenvisier mit einer Skalierung bis 500 m und eine Nut am Ende des Griffes zur Befestigung einer hölzernen Schulterstütze.

Die High Power wird in Belgien von der Firma FN hergestellt und ist dort unter der Bezeichnung „Pistolet a Grande Puissance“ oder abgekürzt „GP“ bekannt. Die Pistole begann sehr schnell ihren Siegeszug rund um die Welt. Alle Länder aufzuzählen, in denen die High Power entweder bei der Armee oder von der Polizei eingesetzt wurde, bzw. auch heute noch wird, ist kaum möglich. Deshalb werden stellvertretend nur einige Länder genannt.

Mexiko zählt zu den Ländern, in denen die High Power als Dienstpistole zum Einsatz kam. Die Waffen tragen das mexikanische Staatswappen und die Kennzeichnung „Estados Unidos Mexicanos“ und „Ejercito Mexicano“.

In den Niederlanden wurde zwischen 1946 und 1949 zunächst die Lizenzkopie von Inglis eingeführt. Zwischen 1985 und 1961 kam das Original von FN an die Reihe. Rund 39.000 Stück wurden 1994 wieder ausgemustert und Estland zur Verfügung gestellt.

Estland hatte schon zuvor die High Power von FN bezogen. Der Stempel „E.V.“ auf dem Griffrücken steht für „Eesti Vabarik“, was übersetzt Republik Estland heißt. 3.038 Stück mit dieser Markierung wurden von FN geliefert. Eine weitere Lieferung von 2.300 Pistolen erhielt die Markierung „K.L.“ für „Kaitseliit“, also die Polizei in Estland.

Bis zur deutschen Besetzung wurden ca. 69.000 Pistolen hergestellt. Natürlich lief die Produktion auch unter deutscher Besatzung weiter. Das Werk in Belgien erhielt die Bezeichnung „DWM Werk Lüttich“. Von 1940 bis 1944 wurden insgesamt 319.000 Pistolen produziert und unter der Bezeichnung Pistole 640(b) bei der deutschen Truppe eingeführt. Die erste Lieferung an die Wehrmacht erfolgte im Sommer 1940 und bis Ende 1942 waren bereits 153.464 Stück ausgeliefert worden. Später wurde auch die Waffen-SS mit der FN ausgerüstet. Im Nachkriegs-Deutschland diente die FN auch der Ausrüstung der Polizei. Von Anfang 1952 bis zum 01.04.1966 war sie unter anderem Dienstpistole der Polizei in Nordrhein-Westfalen.

In Finnland war die Parabellum Pistole von DWM bis 1980 im Einsatz. Schließlich wurden sie durch die Annahme der FN High Power als neue Ordonnanzpistole ersetzt. Die FN erhielt die Bezeichnung „pistooli 80“ bzw. das Kürzel M/80.

Ein Beispiel für die Langlebigkeit der Waffe ist, dass Anfang 2001 das Britische Verteidigungsministerium bei FN 2.000 Stück des Modells bestellte, um die bereits im Dienst befindlichen Waffen zu ergänzen. Zusätzlich wurden 4.000 Magazine und 2.000 Reinigungs-Sets geordert.

Anerkennung BDMP

Als Dienstpistole in den Disziplinen DP1 und DP2 vom BDMP anerkannt, lt. offizieller Dienstpistolenliste des BDMP, veröffentlicht vom Vizepräsidenten Sport Herrn Heinz-Peter Tränkle, Stand 14.03.2014.

Anerkennung BDS

Als Dienst-Sportpistole in den Disziplinen "25 m-Schießen" und "Mehrdistanzschießen" vom BDS anerkannt, lt. "K10 Anhang 2 Kurzwaffenteil" der Sportordnung des BDS, Stand Dezember 2006

Literaturnachweis

Pistolen aus aller Welt. Enzyklopädie der Pistolen und Revolver seit 1870,
von Ian V. Hogg, John Weeks
Verlag: Motorbuch Vlg., Stgt.; Auflage: 2. A. (1989)
ISBN-10: 3879439559
ISBN-13: 978-3879439553

Small Arms Today
von Edward C. Ezell
Verlag: Arms and Armour P., 1989
ISBN-10: 0853689776;
ISBN-13: 978-0853689775.

AXIS Pistols, World War II 50 Year Commemorative Issue
von Jan C. Still
Verlag: Still´s Books, 1989
ISBN-10: 1893513076;
ISBN-13: 978-1893513075.

Military Small Arms of the 20th century
von Ian Vernon Hogg und John S. Weeks
Verlag: Gun Digest Books, 2000. - 7th Edition
ISBN-10: 0-87341-824-7,
ISBN-13: 978-0-87341-824-9.

Mod. 1931 Baby
Mod. 1946 High Power